Bürgerliste Wiesbaden

 

Stures Beharren oder demokratische Entscheidung? 

 
Für ihre Entscheidung Herrn Nickel dabei zu unterstützen wieder in das Amt des Stadtverordnetenvorstehers gewählt zu werden, werden die Bürgerliste Wiesbaden und die Freien Wähler derzeit in der Presse stark kritisiert und beschimpft.  Hier verbreitet die Presse ihre eigene Meinung ohne die Gründe, die uns zu dieser Entscheidung veranlasst haben, bei der BLW selbst zu erfragen.  
Die Bürgerliste Wiesbaden hat, zusammen mit den Freien Wählern, am 12.4.2016 eine Pressemitteilung zur Frage des Stadtverordnetenvorstehers herausgegeben, darin haben wir dazu aufgefordert das Amt nach Qualifikation, nicht nach Parteibuch zu besetzen, so wie wir es schon seit Jahren immer wieder fordern.  Wir haben in dieser Pressemitteilung auch unsere Unterstützung für Herrn Nickel kundgetan, den wir nach wie vor für den besten Kandidaten für dieses Amt halten.  Leider wurde das von der Presse nicht beachtet, und, wie so oft, auch nicht veröffentlicht.  

Da das Amt des Stadtverordnetenvorstehers nicht nur in der Sitzungsleitung der Stadtverordnetenversammlung besteht, sondern auch mit diversen Repräsentationspflichen verbunden ist - der Stadtverordnetenvorsteher repräsentiert hier immerhin die Landeshauptstadt Wiesbaden - haben wir uns für Herrn Nickel entschieden.    Dieser hat unserer Meinung nach in den letzten Jahren eine hervorragende Arbeit für die Landeshauptstadt Wiesbaden geleistet, sein Wahlergebnis spricht für sich.  
Bei der SPD waren, nach dem, was man so hört, offenbar mehrere Kandidaten für das Amt im Gespräch, die aus unserer Sicht geeigneter gewesen wären als der jetzige Vorschlag. Diese wollten für das Amt des Stadtverordnetenvorstehers aber offensichtlich nicht kandidieren.    So hat sich die SPD, anstatt selbst Größe zu zeigen und zuzugeben, dass sie keinen geeigneten Kandidaten hat, für einen Neuling im Stadtparlament entschieden.  

Das alles wiederum hat uns zu der Frage gebracht, wie man die „Notkandidatin“ der SPD, die hier offensichtlich stur auf ihrem Vorschlagsrecht beharrt, verhindern kann.  

Da es die Absprache im Parlament gibt, dass die stärkste Fraktion den Stadtverordnetenvorsteher vorschlägt, von der auch keine der großen Parteien abrücken will, haben wir uns entschieden die CDU, von der in diesem Fall der vernünftigere Vorschlag kommt, in diesem Punkt zu unterstützen, gemäß dem, was in unserem Wahlprogramm steht:  “Die BLW wird alles unterstützen, was sie für vernünftig hält, gleichgültig, von welcher Seite es kommt.“  
Wenn die SPD oder auch andere Fraktionen vernünftige Vorschläge machen, werden wir auch diese in Zukunft unterstützen.  Das Mittel der Wahl war, u.a. wegen des sturen Beharrens der SPD, sie sei die stärkste Fraktion und habe damit das alleinige Vorschlagsrecht, hier die Bildung einer temporären Fraktionsgemeinschaft zusammen mit den Freien Wählern und der CDU.  
Wie die Presse dazu kommt die CDU als unser „Feindbild Nummer eins“ zu postulieren ist uns schleierhaft. Wir hatten fünf Jahre lang in Wiesbaden eine Große Koalition, diese bestand aus CDU und SPD und alle Entscheidungen, die wir kritisiert haben wurden von diesen beiden Parteien gemeinsam getragen.  Bei unserer Kritik ging es uns nie um ideologische Fragen, sondern immer um Sachentscheidungen.  
Die Unterstellungen der Presse wir hätten uns kaufen lassen, weisen wir an dieser Stelle entschieden zurück.    Um eine vernünftige Arbeit im Parlament machen zu können ist der Fraktionsstatus unabdingbar. Als Einzelkämpfer kann man im Parlament leider nichts bewegen. Das sollte auch der Presse bekannt sein.  Den Vorschlag der CDU Thorsten Reiß wieder als ehrenamtlichen Stadtrat für die BLW zu nominieren haben wir natürlich nicht abgelehnt, Herr Reiß hat in den letzten fünf Jahren im Magistrat ausgezeichnete Arbeit geleistet. Daraus die „Belohnung“ für eine Zustimmung zu Herrn Nickel, so wie in der Presse dargestellt, zu konstruieren, ist eine üble Unterstellung.  Wir haben in den letzten Wochen auch mit anderen Fraktionen im Parlament über unseren Wunsch eine Fraktion mit den Freien Wählern zu bilden, gesprochen und haben von allen Seiten positive Rückmeldungen zu dieser Frage bekommen, auch von der SPD.    Die HGO lässt eine solche Zweierfraktion zu, Wiesbaden hatte vor einigen Jahren, wegen der Republikaner seine Geschäftsordnung dahingehend geändert, dass erst ab drei Personen eine Fraktion gebildet werden kann.    Insofern ist das also keine „Bezahlung“ von Seiten der CDU, die uns hier angeblich für unsere Zustimmung gewährt wird, das war schon vorher Konsens.  
Angesichts der Reaktion der SPD, bzw. von Herrn Manjura, „Den Wunsch von Bürgerliste und Freien Wählern nach einer Zweier-Fraktion hätte die SPD vor den jüngsten Entwicklungen unterstützt. Aktuell sehe ich dazu keinen Anlass mehr, die beiden sind doch bei der CDU gut unter.“ (Zitat aus dem WK vom 21.4.2016) kann man hier auch sicher nicht von einem Vorteil, den wir uns erkauft hätten, reden.    Wenn das der von der SPD propagierte neue Politikstil ist, dann wissen wir ja nun, was uns in den nächsten Jahren mit der SPD erwartet.  
Wir handeln so, wie wir es in der derzeitigen Situation für richtig halten. Wenn die anderen Parteien im Stadtparlament Herrn Nickel für einen ungeeigneten Kandidaten halten, dann haben sie am 28.4. die Chance sich anders zu entscheiden und Frau Gabriel zu wählen. Damit ist die Wahl des Stadtverordnetenvorstehers nun tatsächlich eine demokratische Entscheidung, keine Absprache mehr.  
Wir werden auch weiterhin alles, was wir für richtig halten im Stadtparlament unterstützen egal von welcher Seite es kommt!



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